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Traceability

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Die Rückverfolgbarkeit von Produkten und Prozessen hat auch für den Maschinen- und Anlagenbau sowie andere Industriezweige eine wachsende Bedeutung. Aber was muss dabei berücksichtigt werden und welchen Nutzen haben Kunden und Hersteller?

Die Realisierung der Traceability von Produkten und Prozessen über den gesamten Lebenszyklus ist eine der Voraussetzungen für Industrie 4.0. Nur mit der entsprechenden Kennzeichnung ist auch die digitale Identifikation von Maschinen, Baugruppen oder Komponenten möglich. Doch dabei steht nicht bloß die Erhöhung der Transparenz und Sicherheit in den Abläufen im Vordergrund.
Vor allem die folgenden Bereiche können in unterschiedlicher Art und Weise von einer entsprechenden Identifikation profitieren:

  • Qualitätsmanagement
  • Produktion
  • After Sales / Wartung
  • Logistik

Der bekannteste Anwendungsfall im Qualitätsmanagement ist mit Sicherheit die Rückrufeingrenzung. Mit vorhandenen Traceabilitydaten können so nicht nur der organisatorische Aufwand sondern auch die anfallenden Kosten deutlich gesenkt werden. Darüber hinaus lassen sich beispielsweise aber mit entsprechenden Kennzeichnungen am Produkt  oder über eine gezielte Verlinkung ins Internet  auch Zusatzinformationen für Instandhaltung, Servicetechniker oder Anlagenbetreiber bereitstellen, der Kundensupport im Gewährleistungsfall optimieren oder die Garantie- und Gewährleistungsabgrenzungen eindeutiger vornehmen. Dafür muss allerdings die Möglichkeit geschaffen werden, dass im Bedarfsfall die relevanten Traceabilitydaten wie Stücklistenstand, Softwareversion, Informationen zu verbauten Komponenten, Prozessdaten oder Prüfdaten auch digital zur Verfügung stehen.   

Produktkennzeichnung
Abhängig von den umzusetzenden Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit ergeben sich die notwendigen Produktkennzeichnungen. Für manche Anwendungen ist eine Hersteller und Typ Kennung bereits ausreichend,  in anderen Fällen wird zusätzlich noch eine Chargenkennzeichnung benötigt. Wird allerdings eine eindeutige Identifizierung des Produktes gewünscht, dann ist die Aufbringung einer Seriennummer erforderlich.  Wer seine Produkte nicht nur eindeutig identifizieren, sondern auch noch authentifizieren (hinsichtlich Originalität überprüfen) will, muss darüber hinaus zusätzliche Echtheitsmerkmale anbringen. Denn eine serialisierte Nummer allein bietet keinen Schutz vor Fälschern, weil auch sie kopiert und nachgemacht werden kann.

Blickpunkt VDMA Nachrichten
Der Themenschwerpunkt in der Ausgabe 01/2016 der VDMA Nachrichten vermittelt einen Überblick zu verschiedenen Anwendungsbereichen und technologischen Aspekten rund um das Thema Traceability:

  • Robert Bosch: Vernetzung über Unternehmensgrenzen hinaus
  • EURO-LOG: Weltweit die Zeit im Blick
  • GS1 Germany und HFG Transport Technik: Mehr Sicherheit durch Direktmarkierung
  • Schaeffler: Fälschern Steine in den Weg legen
  • MAN Diesel & Turbo: Produkte mit Fingerabdruck
  • Schreiner ProSecure: Von der Identifikation zur Echtheitsprüfung
  • Festo: Der Schlüssel zur Kundenfreundlichkeit
  • Fraunhofer IFF: Track & Trace setzt Kennzeichnung voraus


VDMA-Arbeitskreis Track and Trace
Der VDMA-Arbeitskreis wurde 2014 gegründet und erstellt aktuell einen Leitfaden zum Thema „Traceability in Wertschöpfungsnetzwerken“, der im Frühjahr 2016 veröffentlicht wird. Dabei werden verschiedene Use Cases (Anwendungsszenarien) sowie Kennzeichnungstechniken und Kodierungsstandards betrachtet. Außerdem dient der Arbeitskreis auch dem Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern des VDMA.

VDMA-Kontakte
Guido Reimann
VDMA Software
Tel: 0 69 66 03-1258

Steffen Zimmermann
VDMA Produkt- und Know-how-Schutz
Tel: 0 69 66 03-19 78

Bildquelle : Paper Boat Creative / Getty Images

Zimmermann, Steffen
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